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Schluckbilder
 

Bogen mit 35 kleinsten Schluckbildchen der "Muttergottes mit dem geneigten Haupt", Landshut 18. Jahrhundert (Kupferstich auf Papier 4 x 4 cm) Ried, Museum Innviertler Volkskundehaus, Inv.-Nr. 4474 (aus: Niehoff, Franz (hrsg.) Schriften aus den Museen der Stadt Landshut 5, MARIA ALLERORTEN, Ausstellungskatalog, Landshut 2000, S.282)

                            

Artikel zu Schluckbildchen auf wikipedia
"Die geistige Apotheke der Landshuter Ursulinen hielt ... für die frommen Verehrer ihrer Gottesmutter weitere Devotionalien bereit, so zum Beispiel die sogenannten Schluckbildchen... Diese briefmarkengroßen Bildchen mit aufgedrucktem Gnadenbild und der damit verbundene Heilbrauch sind in den beiden ersten Jahrzehnten der Wallfahrt nicht üblich gewesen und erst für die Mitte des 18. Jahrhunderts belegt. Ähnlich den aufgelegten oder aufgebundenen Bildern sollte durch sie die heilende Kraft des abgebildeten Gnadenbildes, die Gratia medicinalis, wirksam werden, jedoch nicht äußerlich, sondern innerlich. Um dies zu erreichen, wurden die ebenfalls geweihten und anberührten Schluckbildchen, die einzeln oder auch bogenweise an die Wallfahrer verteilt wurden, im Krankheitsfall mit etwas Wasser eingenommen. Dieser Heilbrauch, der für viele Wallfahrtsorte belegt ist(zum Beispiel Mariazell, Altötting, Mariahilf in Passau, Genazzano/Italien), war schon in der Antike bekannt. In den mittelmeerischen Kulturen war es üblich gewesen, sogenannte Phylakterien, kleine Pergamentzettelchen, die mit Zaubersprüchen, religiösen Formeln und Zeichen beschrieben waren, als apotropäisches Amulett am Körper zu tragen oder in Gefahr und Krankheit einzunehmen. ... Besonders bei der gefürchteten Fraiß und in Kinds-Nöthen vertrauten die Gläubigen auf die heilkräftige Wirkung der Bildchen."
(Christoph Kürzeder: Geweyhte Sachen und anberührte Bildlein. Das Kloster der Ursulinen in Landshut als Zentrum barocker Sakramentalienfrömmigkeit, in:
Niehoff, Franz (hrsg.) Schriften aus den Museen der Stadt Landshut 5, MARIA ALLERORTEN, Ausstellungskatalog , Landshut 2000, S.277ff, S. 282f)