bilderlernen.at ist ein Projekt der Bildnerischen Erziehung an der Universität Mozarteum Salzburg    Logo Mozarteum
home  aufgaben  forschung  theoretisches  methoden  bilder  mehr bilder  historisches  tipps  links  mehr links  über
Bilder verstehen .

Wie groß die Bilder sind?

für die 11. und 12. Jahrgangsstufe
Bildfunktionen, Bildpragmatik, visuelle Rhetorik, Bildverwendung, Aufmerksamkeit, visuelle Kommunikation
In dieser Übung sollen Bilder hinsichtlich ihrer Größe untersucht werden.
Ziel ist ein „medialer“ Blick auf die Bilder. Untersuchungen zur Größe von Bildern - Funktionen, Gegenstände, Techniken, Genres u.a.
Üblicherweise betrachten wir Bilder unabhängig von der Größe. Im Kunstunterricht wird kaum problematisiert, dass die Bilder im Buch eine andere Größe haben als die Projektion an der Wand. Unterschieden zwischen Original und Reproduktion. Ein Bildunterricht mit Ausrichtung auf den medialen (instrumentellen) Charakter Bilder kann sich mit Gewinn damit befassen.

Grundgedanke

Die Größe von Bildern bestimmt ihre Nutzung. Grundlage für diese Aufgabe ist die Überzeugung, dass Funktion, Inhalt und Machart von Bildern sich in der Größe der Bilder niederschlagen. Der "oberflächliche" Blick auf die Größe der Bilder ermöglicht es, die Bilder als Medien und Werkzeuge zu sehen. Wir fallen weniger leicht auf den Inhalt der Bilder herein, der uns gerne Bedeutung der Bilder als Bilder für die Konstruktion unserer Wirklichkeit verdeckt.

Aufgabe

Im Rahmen dieser Aufgabe sollen Sie Bilder hinsichtlich ihrer Größe untersuchen. Da es sehr viele Bilder gibt, wird die Anzahl der zu untersuchenden Bilder begrenzt.

Dies kann auf vielerlei Weise geschehen:

Bilder in einem bestimmten Gebäude:
Wohnhaus, Krankenhaus, Schule, Zimmer, Wohnungen, Flugplätze, Kaufhäuser ...

Bildergebrauch in gesellschaftlichen Funktionen:
Religion, Zeitung, Dekoration, Kunst, Werbung, Verkehr

mediale Funktionen von Bildern:
Gedächtnisstütze, Beweis, Repräsentation, Orientierung, Erinnerung, Erkenntnisgewinn, Lernen, Kommunikation...

Entscheiden Sie sich für einen Untersuchungsbereich; erfassen Sie die Bilder nach Größen und nach weiteren Kategorien - welche Kategorien erscheinen Ihnen sinnvoll? (Vorschläge für Kategorien). Tragen Sie die Werte in eine Tabelle ein.
Ordnen Sie Ihre Tabelle nach der Bildgröße und versuchen Sie, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Bildern ähnlicher Größen zu beschreiben.

Fragen:
Erklären Sie aus der Größe, warum die "klassischen" Benettonplakate provozieren.
Erklären Sie, warum sich das Betrachten von Briefmarkensammlungen zum Anbandeln eignet und das von Altarbildern nicht?

Tipps

Kategorien:

Ort (wo das Bild ist) Bildgegenstand, Genre, Funktion, Technik, Art der Inszenierung,

Bildgröße in der Kunst

Erfassen Sie – möglichst in arbeitsteiliger Gemeinschaftsarbeit – die Bilder, die in Ihrem Kunstgeschichtebuch abgebildet sind, hinsichtlich unterschiedlicher Kategorien:
Größe, Motiv, Genre, Technik, Entstehungsjahr/Epoche, ursprünglicher Ausstellungsort, Funktion, Auftraggeber … Ordnen Sie die Tabelle nach Größe. Beschreiben Sie welche Gesetzmäßigkeiten sich erkennen lassen, versuchen Sie zu erklären, womit diese zusammenhängen. Scannen Sie die Bilder und präsentieren Sie diese maßstabsgetreu zusammen mit den Ergebnissen Ihrer Untersuchungen.



Franz Billmayer, 13.7.2007
zuletzt geändert, 21.9.2010

Benetton-Werbung sterbender Aids-Kranker
Benetton macht(e) großflächige Werbung auf Reklämewänden und auf Doppelseiten in Illustrierten.
Erklären Sie aus der Größe, warum die "klassischen" Benettonplakate provozieren.
hier ein Beispiel am Broadway
noch eines
und noch eines
Bilder in Sterbeanzeigen Blume

Sterbeanzeige in einer schwedischen Tageszeitung. Die Funktion von Bilder zeigt sich auch in ihrer Größe. Bei ihrer Interpretation ziehen wir sie meist automatisch mit ein.