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aufgaben

Bilder in Zeitungen


Linksammlung zu Internetauftritten von Zeitungen:
http://www.zeitung.de/


polarisierende Bildanalyse


Zeitungstitel vom 24. Juli 2009

Zeitungstitel vom 1. April 2009

wenn es keine Bilder gibt: ein Flugzeugabsturz über dem Atlantik

Zeitungstitel vom 16. / 17. 1. 2012

Die Titelseite der in München erscheinenden Süddeutschen Zeitung vom 21. Jänner 2009.
Große Tageszeitungen haben für einen Tag je nach der Entwicklung der Nachrichten mehrere Auflagen. Hier sind zwei Titelseite zum selben Tag - eine wurde für den entfernteren Markt (Nürnberg) produziert, eine für München und Umgebung. Welche Ausgabe ist die jüngere für München? Argumentieren Sie mit den Bildern, warum der Bildredakteur sich für einen Änderung entschieden hat.

Hier der Titel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
Übung zu Titelbildern auf Zeitungen

bildmanipulationen



Íngrid Betancourt nach ihrer Befreiung im Juli 2008

Die Zeit 24. Februar 2005, S.2,  Bush in Brüssel
und so hat das Ganze in der Süddeutschen Zeitung ausgesehen

Verteilung von Bild und Text

Zeitungen sind ein Mischung aus Bild- und Textnachrichten.
Das Verhältnis von Bild- und Textanteilen ist verschieden und abhängig von der jeweiligen Zeitung. Dabei lässt sich feststellen, dass bei sog. seriösen Zeitungen der Anteil der Texte höher ist als bei Zeitungen, die als weniger seriös gelten.
Mit einer einfachen Übung lässt sich dieses Verhältnis verdeutlichen, die Bilder verschiedener Tageszeitungen werden mit Papier abgeklebt, ebenso kann mit den Texten verfahren werden. Hierbei lässt sich auch erkennen, wie Bild- und Textinformationen voneinander abhängen.
[vgl. Arbeiten der Künstlerin Sarah Charelsworth, die über einen Zeitraum von mehreren Wochen die Titelseiten verschiedener Tageszeitungen untersuchte. Sie deckte die Texte zu und kopierte die Seiten, diese stellte sie dann aus. (vgl. Bo Bergström, Titta, Stockholm 2004, S.116 f)]
Bild-Text-Index
Diese eher anschauliche Untersuchung lässt sich auch mathematisch durchführen: die Flächeninhalte der Bilder werden zu denen der Texte in Beziehung gesetzt. Summe der Textflächen dividiert durch die Summe der Bildflächen ergibt den Text-Bild-Index. (OpenOffice.org calc, evenutell Zusammenarbeit mit Mathematik). So lassen sich verschiedene Druckerzeugnisse vergleichen.

Bildauswahl

Zeitungen werden meist von den selben Bild- und Presseagenturen mit Bildern beliefert. Der Bildredakteur trifft die Auswahl, er bestimmt die Größe und auch den Ausschnitt. Zu ein und dem selben Thema wählen die verschiedenen Zeitungen unterschiedliche Bilder. Nicht alle Bilder, die Zeitungen verwendet werden sind aktuell, manche dienen einer allgemeinen Illustration der Beiträge und stammen in der Regel aus Bildarchiven oder Bilddatenbanken...

Pressefotos

„Pressefotos weisen auch eine besondere Art der Aufnahmetechnik auf: Sie sind größtenteils in Augenhöhe aufgenommen, weisen selten extreme Einstellungsgrößen auf und die Aufgenommenen wirken unbeobachtet, die Bilder damit insgesamt natürlich.“ Zitat aus: Grittmann, Elke u.a. (Hrsg.) Global, lokal, digital – Fotojournalismus heute, Köln 2008; S. 18 (vgl. Grittmann, Elke: Das politische Bild. Fotojournalismus und Pressefotografie in Theorie und Empirie. Köln 2007)

Bildmotive / Bildtypen

In der Pressefotografie bzw. im Fotojournalismus haben sich eigene Ikonologien entwickelt. Es gibt bestimmte Bildarten oder Bildtypen, die immer wieder kehren. Politiker am Rednerpult, Politiker begrüßen sich, Kriegsberichterstattung, Bilder von Demonstrationen.
Denken Sammle Bilder, die verschiedene Zeitungen zu ein und dem selben Thema verwendet haben. Stelle Dir vor, Du bist Bildredakteur. Welches Bild würdest Du für die erste Seite wählen. Begründe, was Dich zu Deiner Wahl bewegt hat.
Beispiel

Für welches der beiden Bilder hättest Du Dich entschieden. Schreibe Sie Begründung, die den Chefredakteur überzeugt.

Süddeutsche Zeitung zur Wahl in Russland 3.12.2007

Salzburger Nachrichten zum selben Thema 3.12.2007

Aufgaben

Sammle Bilder verschiedener Zeitungen zum selben Thema bzw. zur selben Nachricht und vergleiche sie untereinander. Mögliche Kriterien für den Vergleich: Größe, Ort in der jeweiligen Zeitung, Ausschnitt, Kamerastandpunkt, Bildunterschrift....
Schneide Bilder von zwei oder mehreren Tageszeitungen einer oder mehrerer Wochen aus und klebe sie nach Rubriken (Nachrichten, Sport, &c.) geordnet auf. Welche Unterschiede hinsichtlich Größe, Anzahl, Art &c. lassen sich feststellen?
Welche Menschen bevölkern als Bilder die Titelseiten, welche Gegenstände kommen nicht vor?
Wie ist das Verhältnis von Männern, Frauen und Kindern auf den Bildern und in den einzelnen Zeitungsteilen?....
Wie unterscheiden sich die Bilder in den einzelnen Teilen der Zeitungen (Polititk, Nachrichten, Sport, Lokales &c.)? (Inhalt, Aktualität, Kamerastandpunkt, Themen &c.)
Wie sehen Männer aus? Wie Frauen? Ordne in: schlank bis dick.
zum Bild der Frau in der Werbung

vielleicht eigenartig: Sammle Bilder in Zeitungen und Zeitschriften, auf denen Menschen abgebildet sind, die auf etwas zeigen. Wenn genügend beisammen sind, versuche Gemeinsamkeiten und Regelmäßigkeiten zu erkennen und zu benennen:
Wer zeigt? Männer, Frauen, Kinder? Bei welchen Gelegenheiten? Bei einer derartigen Übung in einem Seminar am Salzburger Mozarteum ist aufgefallen, dass in Frauenzeitungen praktisch niemand zeigt, dagegen in politischen Magazinen sehr viele? Wer wird beim Zeigen abgebildet? Warum? (für diese Idee bedanke ich mich bei den ARTgenossen, Salzburg)

Bildarten

Schneidet über einen längeren Zeitraum Bilder aus Tageszeitungen aus. Arbeitet in Gruppen. Ordnet die Bilder (möglichst) wenigen Bildarten zu. Welche Bildarten kommen häufig vor? Beschreibt anschließend den anderen, wie Ihr bei der Einteilung vorgegangen seid. Zeigt am Beispiel eines strittigen Falles, auf der Grundlage welcher Argumente/Kriterien Ihr Euere Entscheidung getroffen habt.

Zielgruppen 

Diese Untersuchungen sind auch bei verschiedenen Zeitschriften möglich.
Denken: Stelle Bilder von verschiedenen Zeitschriften zusammen. Zeige sie anderen und fordere diese auf, von den Bildern auf die Zielgruppe der Zeitschrift zu schließen. Natürlich mit Begründungen.
Aus den Fragen und den Begründugnen lassen sich auch Aufgaben für die Bewertung des erreichten Wissen entwickeln

Süddeutsche Zeitung vom 22. Februar 2005 (Titelseite) , Bush in Brüssel

Bildausschnitt

Der Bildredakteur, der für die Auswahl und die Platzierung der Bilder zuständig ist, wählt nicht nur die Bilder aus, vor allem bestimmt er auch Ausschnitte aus den gelieferten Bildern, indem er diese entsprechend beschneidet.
Nimm ein Bild, auf dem verschiedene Menschen abgebildet sind, mach dir einige Kopien und beschneide die Bilder so, dass verschiedene Aussagen entstehen, verstärke diese Aussagen durch entsprechende Bildunterschriften.

Bild und Text

Wer mit Bildern kommunizieren will, muss diese mit einer Information darüber versehen, worüber sie eine Aussage machen. Semiotisch betrachtet sind Bilder Prädikate, der Text oder andere Zusammenhänge machen klar, worüber die Bilder eine Aussage machen. Bildunterschriften und Artikel bestimmen die Aussage, die mit den Bildern gemacht werden.
Bilder aus Zeitungen und Zeitschriften werden mit zufällig gefundenen oder frei erfundenen Bildunterschriften versehen, für die Illustration anderer Artikel verwendet und ändern so die Aussage der Bilder oder der Texte. Es wäre denkbar gerade jenen Grad an "Überienstimmung" zu suchen, wo wir uns nicht mehr sicher sind, ob es sich schon um Satire oder Versehen handelt, oder ob es doch noch ernst gemeint ist.
Franz Billmayer, 31.03.2005
letzte Änderung 10.4.2012