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Pendants zu Motivationspostern

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Mahnbilder
Untersuchung zu Motivationspostern
Gegenbilder zu Motivationspostern (praktische Übungen)
C.D. Friedrich
Demotivationsposter
noch mehr Demotivationsposter
und noch mehr Demotivationsposter
Das Layout der Motivationsposter ist ein "Genrezeichen" geworden siehe funny motivational poster gallery
Beispiele für Mahnbilder
mahnbild zwei wege
F. Leiber, Die zwei Wege, Chromolith, um 1890.
(aus Brückner, W. (1974). Elfenreigen Hochzeitstraum. Köln - Farbtafel 8)
Klicken auf Bilder ergibt größere Ansicht
Bilder helfen bei der Erziehung. Schon aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit kennen wir die zahllosen memento mori Bilder, die Totentänze und ähnliches. Für diese Bildsorte hat sich der Name Mahnbilder eingebürgert. Diese Mahnbilder wurden von darauf spezialisierten Firmen - Druckereien und später Bilderfabriken - für den Massenvertrieb hergestellt. Die früher gängigen Techniken - Holzschnitt, Tiefdruck, Holzstich, Lithographie, Öldruck &c. - wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts vom Offsetdruck abgelöst.
In vielen dieser Bilder wurde die Strategie verfolgt, die gute Seite der schlechten gegenüberzustellen. Wie wir das etwa bei der links abgebildeten Variante des Themas "Zwei Wege" sehen.


Zwei Wege zum Himmel und in die Hölle.
mahnbild beter

Der gute und der schlechte Beter,
Holzschnitt, Deutschland 1430-1460
Analyse von Motivationspostern
motivationsbild

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In den verschiedenen Postergalerien im Internet finden sich heute unter der Rubrik "Motivation" viele Beispiele ähnlich dem links.
Offensichtlich haben diese Bilder eine ähnliche Funktion wie das obige Zwei-Wege-Bild. Sie sollen den Betrachter und die Betrachterin zu einem Verhalten motivieren, das zum Erfolg führt.

Überlegen Sie, warum heute auf das negative Pendant verzichtet wird. Beschreiben Sie, was sich in den letzten 100 Jahren verändert hat und welchen Einfluss dies auf die Motivwahl hat. Unten finden Sie einige Beispiele.
Mehr dazu:
http://www.poster.at/Motiv-Motivation-p.html
empire Poster  Leuchttürme   Brücken



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Untersuchungen zu einem dieser Bildern:
Wir alle kennen derartige Bilder.
Versuchen Sie sich zu erinnern:
woher kennen Sie diese Bilder?
Wer verwendet sie? Wo hängen sie?
Wählen Sie ein Bild aus. Benennen Sie kurz, warum Sie es ausgesucht haben.
Untersuchen Sie es genauer hinsichtlich "Symbolgehalt" des Motivs, Darstellung des Motivs, Verwendung bildnerischer Mittel. (gute Dienste kann hier der Austauschtest leisten.)
Welche Bedeutung haben die Titel der Bilder für deren Interpretation. (Bilder sind Prädikate)
Mit welchen anderen Mitteln (keine Bilder!) lässt sich das Problem "Motivation" auch lösen? Warum werden Bilder verwendet?
An welche Zielgruppe wendet sich das von Ihnen gewählte Bild?
Präsentieren Sie die Ergebnisse Ihrer Untersuchung auf einem Poster.


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Untersuchung zu dieser Bildrubrik:
Wählen Sie aus einer Postergalerie im Internet wenigstens 20 (besser mehr) unterschiedliche Motive dieses Genres aus und erfassen Sie diese quantitativ:
Ordnen Sie die Motive in verschiedene Kategorien.
Aus welchen Lebensbereichen werden die Motive genommen?
Welche formalen Gemeinsamkeiten lassen sich beschreiben?
Mit welchen anderen Mitteln (keine Bilder!) lässt sich das Problem "Motivation" auch lösen?
Warum werden Bilder verwendet?
Wer verwendet diese Bilder?
Präsentieren Sie die Ergebnisse Ihrer Untersuchung auf einem Poster.
praktische Übungen
pendantbild
(aus Brückner, W. (1974). Elfenreigen Hochzeitstraum. Köln , Bildtafel 3+4)
Die folgende Übung geht davon aus, dass die modernen Motivationsbilder in direkter Abstammung zu den oben genannten und gezeigten Mahnbildern stehen. Die negativen Gegenbilder werden (heute) nicht mehr hergestellt und gezeigt, aber sie entstehen mehr oder weniger unwillkürlich in den Betrachtern. Als Pendantbilder.
Pendantbilder waren über lange Zeiten in der europäischen Bildergeschichte üblich.
Dies hatte Vorteile für Verkäufer und Bildhersteller - sie konnten zwei Bilder verkaufen. Die Käufer konnten ihre Zimmer symmetrisch einrichten (rechts und links vom Spiegel, vom Fenster, vom Kreuz im Herrgottswinkel &c.). Die Bilder interpretierten sich gegenseitig - eine Interpretationsmaschine durch Bildvergleich.

pendantbild
(aus Brückner, W. (1974). Elfenreigen Hochzeitstraum. Köln , S. 60)
pendantbild

Morgen- und Abendgebet
(aus Brückner, W. (1974). Elfenreigen Hochzeitstraum. Köln , S. 67)
Gegenbild
Wählen Sie ein Motivationsposter aus und erfinden Sie dazu ein Pendant, ein Gegenbild. Konzipieren Sie dieses Bild mit Hilfe von verschiedenen Skizzen und führen Sie es aus.
Tipps:
Mit welchem Symbolen und Motiven arbeitet das Ausgangsbild? Wie werden die "Parallelen" in Ihrem neuen Bild sichtbar?
Wie sind die formalen Mittel?
Entscheiden Sie sich, ob Sie diese kopieren oder ändern wollen. Bedenken Sie auch die Komposition und die entsprechenden "Gegenrichtungen", wie sie etwa beim Morgen- und Abendgebet gegeben sind. Welches Licht verwenden Sie? Farbe, Kamerawinkel &c.?
Pendantbilder der Kunstgeschichte

C.D.F. Abtei im Eichwald

C.D. Friedrich, Mönch am Meer

Was viele nicht  wissen und die Kunstgeschichtsschreibung kaum berücksichtigt, diese beiden Gemälde von C. D. Friedrich waren Pendant-Bilder.

Pendants

"Hierhin gehören auch die Pendants, in den deutschen Firmenkatalogen als Gegen- oder Seitenstücke angepriesen. Diese Pendants, die ursprünglich aus der barocken Innenraumgestaltung erwachsen waren, wo zu den beiden Seiten von Türen und Fenstern gleichmäßig das Wandbildgut verteilt wurde, bildeten nun eine konstante Hängegewohnheit. Ihr hatten sich die Künstler zu beugen, die von den Verlagen beauftragt wurden, zu einem sehr zugkräftigen Thema auch noch das entsprechende Gegenstück zu schaffen. Daß solche Auftragsarbeiten künstlerisch schwächer ausfielen, wird bei Vernet deutlich, der zu der erfolgreichen 'Tigerjagd' nun eine 'Elefantenjagd' hinzumalen mußte."
Pieske, Christa (Bearbeitung), Bürgerliches Wandbild 1840 - 1920 (Ausstellungskatalog)- Populäre Druckgraphik aus Deutschland, Frankreich und England. Sammlung Dr. Christa Pieske, Lübeck, Kunstverein Göttingen, S.7



Franz Billmayer, 4.7.2007
zuletzt geändert, 14.6.2011