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Weihnachten als Thema im BE-Unterricht. Für & Wider

 
alle Jahrgangsstufen

Zum Thema

Die Idee Jahreszeitliches zum Gegenstand des Kunstunterrichts zu machen entwickelt sich Anfang des 20. Jahrhunderts.
In der Volksschule werden nicht nur vor Weihnachten saisonale Themen gestellt. In der Sekundarstufe ist das eher ungewöhnlich.
Was soll man da machen. Die zehn Für&Wieder-Argumente helfen beim Entscheiden.

WIDER FÜR
  1. Das bedeutet einen Rückfall in die am Brauchtum orientierte musische Erziehung. Es werden bei den praktischen Arbeiten nur Klischees bedient.
  1. Privater und öffentlicher Raum sind voll mit weihnachtlicher Optik, es käme nur zu einer Verdoppelung dessen, was ohnehin schon (alltags-)kulturell gelernt wird.
  2. Weihnachten ist so stark codiert, dass wenig bis kein Platz für eine persönliche Gestaltung bleibt (Klischees!).
  3. Weihnachten spielt in der zeitgenössischen Kunst so gut wie keine Rolle
  4. Der BE-Unterricht ist nicht dazu da, die Welt zu behübschen und kleine Geschenke herzustellen.
  5. Ein aufklärerischer Unterricht nimmt den Menschen die Freude an Weihnachten.
  6. Weihnachten ist ein christliches Fest. Viele SchülerInnen haben andere kulturelle bzw. religiöse Hintergründe.
  7. Weihnachten empfinden Jugendliche als kindisch, es ist ein Thema für Kindergarten und Volksschule.
  8. Weihnachten ist längst eine verlogene und „unechte“ Konsumverherrlichung, dafür sind die wenigen BE-Stunden zu schade.
  9. Weihnachten in der zeitgenössischen Konsumkultur ist trivial und banal, alle wissen Bescheid, darüber braucht man nichts lernen.
  1. SchülerInnen, Eltern, KollegInnen anderer Fächer und die Schulleitung erwarten es, damit fällt die Motivation leicht.
  2. Weihnachten ist eine umfangreiche visuelle Kultur, die die meisten SchülerInnen aus eigener Erfahrung kennen.
  3. Am Beispiel Weihnachten lassen sich so gut wie alle Facetten visueller Kultur und Kommunikation (Motiv, Gestaltung, Material, Kontext) untersuchen.
  4. So gut wie überall lässt sich diese visuelle Kultur an Originalen studieren, man braucht nicht in Museen oder besondere Städte zu fahren .
  5. Weihnachten bietet einen festen Rahmen für das bildnerische Gestalten. Allen fällt dazu etwas ein. Jeder kennt sich aus.
  6. Das umfangreiche Genre „Weihnachten“ ermöglicht es, kreative Abweichungen zu finden und zu realisieren.
  7. Die Ergebnisse der praktischen Arbeiten werden von den Schülerinnen und Schülern geschätzt, weil sie z.B. als Geschenke oder Dekorationen Probleme lösen und praktische Zwecke erfüllen.
  8. Weihnachten ist säkularisiert und Teil der globalen Konsumkultur.
  9. Der weihnachtliche Konsum verbraucht große Mengen natürlicher Ressourcen (Ökologie). Die Produkte werden oft unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt (Ökonomie). Der Konsum ist vor allem ästhetisch motiviert und muss deshalb im BE-Unterricht behandelt werden.
  10. Weihnachten eignet sich gut als Thema für einen Überblick über die europäische Kunstgeschichte.


Gedanken von Karsten Arvedsen, die gut passen

Literaturempfehlungen

Miller, D. (1998). A Theory of Shopping. Cambridge: Polity Press.

Miller, D. (2012). Consumption and its consequences. Cambridge (u.a.): Polity Press.



Franz Billmayer, 16.12.2016