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Fotografien und Votivgaben

Warum werden manchen Votivgaben durch Fotografien ergänzt?


Links die Votivgabe einer Frau mit Brüsten und einer Hand mit Unterarm.
Rechts die Gabe eines Mannes mit den Bildern eines Bauches und eines männlichen Kopfprofils aus geprägtem Silberblech
  Die Wände der Seitenkapelle und der Vorraum sind fast vollständig mit normierten gleich großen Rahmen mit rotem Hintergrund bedeckt. Alle Votivtafeln beinhalten Bildnisse aus geprägtem Silberblech und Zettel mit Datum und Namen dessen, dem oder der geholfen wurde. In einigen dieser Rahmen finden sich auch Fotografien.
Die Reliefs aus Silberblech sind offensichtlich standardisiert und vorgefertigt. Sie bilden jeweils den Körperteil ab, der von der Krankheit oder dem Leiden befallen war.

Die obige Abbildung im größeren Zusammenhang.
Personalisiert werden die Tafeln durch den Namen und das Datum, manche zusätzlich durch die Fotografie.
Aus der Forschung zur Wirkung von Wallfahrten und "Gelöbnissen" wissen wir, dass die Veröffentlichung der Heilung, das Wunder für deren Erfolg wichtig ist. Das Wunder musste gemeldet und in die Mirakelbücher eingetragen werden. Es gibt immer wieder Berichte, wo dies versäumt wurde und daraufhin das Leiden nach einiger Zeit wieder auftrat, um bei der korrekten Meldung wieder zu verschwinden.
Votivtafeln sind, sowohl Weihegeschenke wie Mitteilungen über Heilungen.
In einer Ecke des Kapellenvorraums werden die Votivgaben, Zettel usw. abgelegt, bevor sie einheitlich gerahmt werden. Wir sehen die geprägten Silberbleche, Zettel und Haare.

Zunächst dachte ich, die Fotografien seien ein besonderes Bekenntnis zu der "Heilungsbotschaft"; aber: das Bekenntnis richtet sich nur an Menschen, die einen kennen, und für die reicht auch der Name. Die Fotografien werden wohl eher analog zu den abgeschnittenen Haaren eingesetzt. Sie sind Abdruck, Teil oder Reliquien der geheilten Person?
Eine Christusfigur in der Nähe von Monopoli in Apulien, an der rechten Hand hängt ein Rosenkranz, ein Kettchen, ein Ring und ein Plüschtier. Opfergaben aus den persönlichen (körperlichen?) Bereich.
Franz Billmayer 4.3.2007