home
methodisches

Bild 2003

Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Evaluation des Unterrichts im Fach Bild in Schweden (2003) von Anders Marner, Hans Örtegren.
aus: Marner, A., Örtegren, H. & Segerholm, C. (2005). Nationella utvärderingen av grundskolan 2003 (NU-03). Stockholm: Skolverket. (S.9 – 10)
als pdf
  • In den Augen der Schülerinnen und Schüler ist das Fach anregend und interessant, aber nicht so wichtig. Relativ viele Schülerinnen und Schüler haben Freizeitinteressen im Bereich Bild.
  • Mädchen sind motivierter und erreichen bessere Ergebnisse als die Burschen. Bild ist das Fach, in dem die Mädchen im Vergleich zu den Burschen am besten abschneiden.
  • Bildanalyse und eine aktive Bildarbeit mit aktuellen Medienbildern, zu denen Schülerinnen und Schüler leicht Zugang finden, können einen Grundstock für das Verständnis der Bedeutung von Interpretation und kritischer Analyse legen. Hier lässt sich das Fach öffnen für die Arbeit und die Diskussion über Fragen der Grundwerte.
  • Das Fach verlangt nach Möglichkeiten der Individualisierung. Die Untersuchung zeigt, dass die Lehrerinnen und Lehrer selten die Zeit dafür finden. Die Gruppen sind groß und die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die pro Woche unterrichtet werden, ist hoch. In dieser Untersuchung wird vorgeschlagen, die Stunden in der 7. Jahrgangsstufe zu streichen und sie stattdessen in die 9. zu legen.
  • Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler bestimmen den Unterricht gegenseitig. Bei der üblichen Arbeitsform ist der Lehrer/die Lehrerin für das Arbeitsgebiet und das Thema verantwortlich und die Schülerin/der Schüler bestimmt, was er oder sie macht. Die Schülerinnen und Schüler haben Einfluss sowohl auf Inhalt wie Unterrichtsmethode und sind am Unterrichten beteiligt.
  • In den Gruppen, in denen Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler gemeinsam bestimmen oder in denen die Schülerinnen und Schüler selbst bestimmen, kommen von beiden Seiten bessere Einschätzungen hinsichtlich des Unterrichts als in Gruppen, in denen der Lehrer/die Lehrerin bestimmt. In Gruppen, in denen die Schülerinnen und Schüler ein hohes Maß an Einfluss haben, gibt es viele gute Beispiele dafür, dass die Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, aber es birgt auch das Risiko einer Laissez-faire-Pädagogik, wo gewisse Schülerinnen und Schüler mit der Freiheit besser zurechtkommen als andere.
  • Mehr Burschen als Mädchen arbeiten im Fach Bild mit digitalen Medien, aber die Möglichkeiten mit diesen in Schule zu arbeiten ist generell begrenzt. Ein vermehrter Anteil solcher Medien im Bildunterricht kann ein Weg sein, die Motivation der Burschen zu steigern. Moderne Medien und digitale Bildbearbeitung sollten einen größeren Anteil am Bildunterricht einnehmen. Bildinterpretation und digitale Bildbearbeitung werden zu immer wichtigeren staatsbürgerlichen Kompetenzen.
  • ……
  • BildlehrerInnen wollen Fortbildung in der digitalen Bildbearbeitung. Dezidierte und vertiefende Lehrerfortbildung in digitaler Bildbearbeitung und Layout wird vorgeschlagen, so wie Investitionen in an das Ziel angepasste Hard- und Software.
  • Um komplexere Lernumgebungen im Bildunterricht zu fördern, ist es wichtig, dass der Zusammenhang zwischen Bildproduktion, Bildanalyse und Bildrezeption gesteigert wird. Das kann dadurch geschehen, dass in den Lehrplänen, Arbeitsformen und in der Beurteilung die kommunikative Seite der Bildproduktion betont wird.
  • Ästhetische Lernprozesse sollten auch in anderen Schulfächern und in Zusammenarbeit zwischen Bild und dem jeweiligen anderen Fach entwickelt werden. Der Lehrerumfrage zu Folge geben ca. ein Viertel der Lehrerinnen und Lehrer an, dass ein Medienlabor zur Verfügung steht. Ein solches Labor wird oft von mehr Fächern als nur Bild genutzt. Medienlabors können den Grundstein für fächerübergreifende Projekte legen und als Werkstätten für die Wissensproduktion und kreativere Arbeitsweisen an den Schulen dienen. So lässt sich auch gegen die Tendenz hin zu einer Dreifächerschule angehen.
  • Eine wichtige Aufgabe des Faches Bild ist die Verantwortung dafür, dass die Schule ein Ort der Begegnung von Kulturen wird, eine „Kulturschule für alle“, wo Produktion wie Rezeption von Kultur einen zentralen Platz im Lernen einnimmt. Deshalb braucht die Schule sowohl Flächen für die Produktion wie für die Präsentation. In diesem Zusammenhang sind die Kontakte der Schule mit der Kommune und Kulturinstitutionen von großer Wichtigkeit.
Übersetzung: Franz Billmayer, Mai 2007