bilderlernen.at ist ein Projekt der Bildnerischen Erziehung an der Universität Mozarteum Salzburg         
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Methode: Viele Bilder – quantitative Bildanalysen

Die quantitative Bildanalyse kommt aus der eher sozialwissenschaftlich orientierten  Kommunikationswissenschaft. Die Kommunikationswissenschaft beschäftigt sich traditionell mit Massenmedien (Zeitungen, TV). Im Kunstunterricht geht es um Kunstwerke, um ein einzelnes oder eine kleine Gruppe von Bildern. Dabei gelten Kunstwerke als Meisterwerke,deren Bedeutung sich nicht sofort und leicht erschließt. Diese gewinnen wir aus der Interpretation von Inhalt (Motiv), Form (Technik, Medium, Darstellungweise) und Kontext (Ort, Künstler, Auftraggeber, Funktion). Es handelt sich um qualitative Bildanalysen.
Der Bildunterricht befasst sich auch mit den vielen Bildern, mit denen wir es in den Massenmedien und der privaten Kommunikation zu tun haben. Quantitativ bedeutet zählen. Mit der quantitativen Analyse von Bildern erkennen wir Häufigkeiten, daraus lassen sich Muster erkennen.
Eine Zusammenarbeit mit der Mathematik bietet sich an.
Spannende Ergebnisse ergeben Statistikprogramme wie SPSS oder PSPP (opensource). Wenn mehrere Eigenschaften erfasst werden, lassen sich damit leicht Kreuztabellen machen.

Was sich zählen lässt.

Es werden Bilder und deren Eigenschaften gezählt. (Diese werden vorher gesammelt.)
  • Wie viele Bilder kommen etwa in einem Medium (Schulbücher) oder einer Wohnung oder einem Museum vor?
  • Wie ist das Verhältnis von Bildfläche zur möglichen Ausstellungsfläche? Verhältnis der Flächen von Bildern, Texten und Bildträger (Seite) beim Layout verschiedener Printmedien.
  • Anzahl verschiedener Schriftarten und -größen
  • Welches Motive kommt wo wie häufig vor?
  • Bildmedien: Fotografie, Zeichnung, Diagramm, Plan
  • Betrachterstandpunkte bei Fotografien
  • Bildausschnitte bzw. Einstellungen analog zum Film
  • Bildebenen
  • Farben (Farben auf Webseiten)
  • Farben von Produkten (Beispiel Autos)
  • Bildarten: narrative Bilder, Freisteller ...
  • Bildformate
  • ...
Bevor etwas gezählt wird, wird abgesteckt, was untersucht wird.. Dazu wird gesammelt.

Zweck

Quantitative Untersuchungen erfassen was es gibt. Erklärungen erfordern die Interpretation der Daten und qualitative Untersuchungen.

Ausstellungsflächenindex

Berechnen Sie den AusstellungsflächenIndex: Der Ausstellungsflächenindex bezeichnet das Verhältnis der Fläche der Bilder (tatsächliche Ausstellung) zur Fläche der Wand (potentielle Ausstellungsfläche). Wenn die ganze Wand lückenlos mit Bildern behängt ist, haben wir einen Index von 100, ist die Wand leer einen von 0. Die Berechnung ist einfach: Die Fläche der ausgestellten Bilder wird zusammen gezählt und zur Wandfläche in Beziehung gesetzt. Länge und Höhe der Ausstellungswand lässt sich mit einem Lasergerät genau bestimmen, ansonsten macht man ein Foto mit einem Maßstab (z.B. ein Schüler) und bestimmt damit die nötigen Maße.
Ausstellungen zeitgenössischer Kunst haben einen wesentlich niedrigeren Index als solche mit bereits anerkannter Kunst.







































Beispiele für quantitative Bilduntersuchungen

Das Bild des Einheimischen im Bildarchiv der österreichischen Tourismuswerbung. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2007


Franz Billmayer, 29.3.2017
geändert 30.3.17